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ich dir, du mir, ... wir?

ICH
DIR, DU MIR, ... WIR?
England
in den 80er Jahren. Da sind vier Künstlerpaare. Eines freut sich auf seinen
Hochzeitstag. Ein anderes sieht einem getrennt verbrachten Abend entgegen. Ein
weiteres hat eingeladen zur Einweihung seiner Lustgrotte. Und dann ist da noch
eines, das alle anderen ins Chaos stürzt - und sich selbst in Ordnung bringt?
Das lux auf Abwegen - nach Wanderjahren durch die Niederungen des tragischen
Fachs haben wir uns diesmal eine Farce vorgeknöpft. Natürlich haben
wir sie zerlegt und freuen uns nun, die (zumeist textlichen) Eingeweide unserem
geschätzten Publikum um die Ohren zu hauen. Rasant geht es zu. Laut sowieso.
Und wer auf die Vorreiter des Britpop steht, der ist hier genau richtig.
Ab
in die 80er düsten:
Jana Isler, Marion Krüger, Janna Rassmann, Katharina Stoll, Marc C. Behrens,
Stephan Eberhard, Gregor Turecek
und Markus Weber
Flugbegleiter waren:
Sebastian Zett (Regie) und Michaela Stolte (Assistenz)
Premiere war am o6. Juni 2oo9 im ACUD-Theater.
Das Ensemble der Fortgeschrittenen 2oo8/o9
formierte sich im Oktober 2oo8. Alle Spieler hatten bereits mehrjährige
Theatererfahrung, einige von ihnen standen auch schon in Berlin auf der Bühne.
Zudem war der größte Teil des Ensembles bereits in anderen lux-Produktionen
zu sehen, darunter die "Bluthochzeit" und das "Sechste Gebot".
Im Februar 2oo9 gastierte die Gruppe mit einer Performance zum Thema beim
100 GRAD-Festival im Hebbel-Theater (HAU) und im Mai dann mit einem Stückauszug
auf dem Festival „Drehbühne Brünn“ im tschechischen
Brno.
ICH DIR, DU MIR, ... WIR?
entstand in einem Zeitraum von etwa fünf Monaten. Die Probenphase begann
mit einem Stückauswahl-Wochenende in Brandenburg und fand ihren Höhepunkt
in der England-Reise kurz vor der Premiere im Juni 2oo9. Dort, in einem großen
Haus mit Garten und Pool lebte und arbeitete das Ensemble eine Woche lang.
Zur Inszenierung
folgt in Kürze!
Theaterreise nach England
Aus dem Reisebericht:
„Ein Freitag im Mai. Am Flughafen Schönefeld steht der Flieger,
der uns nach London bringen wird. Nach den Verspätungen der letzten Jahre
und den überfüllten Schalterhallen muss man sagen, diesmal läuft
alles sehr entspannt: Easy Jet macht seinem Namen direkt mal alle Ehre. In
kurzer Zeit erreichen wir die Insel und erleben einen wunderschönen Sommerabend.
Auch unser Hostel ist diesmal ganz passabel – auch da sind wir vom letzten
Jahr ja einiges gewohnt (s. Reisebericht Schottland) – und so entspannen
wir noch ein wenig in einem Pub, ehe wir zu Bett gehen.
Am nächsten Tag geht es dann weiter mit dem Zug ins Mittelalterstädtchen
York. Leider haben wir keine Zeit für eine Stadtbesichtigung, da wir
die Mietautos abholen müssen, ehe der Schalter schließt. Dann die
böse Überraschung: wir bekommen nur einen der zwei bestellten Wagen.
Alles Bitten und Betteln hilft nicht, alle Organisationsversuche sind vergebens
- wir müssen uns darauf einstellen, die nächste Woche mit nur einem
Auto auszukommen. So teilen wir uns in zwei Gruppen. Während die einen
den Großeinkauf für das Wochenende machen, fahren die anderen mit
dem Auto zum Haus. Danach müssen unsere beiden Fahrerinnen nochmal los
– wieder geht es eine Stunde über Land nach York, dann wieder zurück
zum Haus. Das alles im Linksverkehr! Am Ende müssen dann auch noch unsere
zwei Busreisenden in Scarborough abgeholt werden und so ist es inwischen dunkel
geworden, als endlich die ganze Mannschaft versammelt ist. An dieser Stelle
nochmal ein großes Dankeschön an Marion und Janna, die diese Tortouren
auf sich genommen haben.
Die restliche Woche verläuft dann aber umso schöner. Die Tage stehen
ganz im Zeichen intensiver Proben. Da wir mit dem Probenprozess ein wenig
hinterher sind, wird quasi „rund um die Uhr“ geprobt. Alle Spieler
wollen an sich arbeiten, an ihren Szenen, an ihrem Subtext. Kaum einmal gibt
es eine Stunde Pause. Teilweise proben drei Paare zeitgleich, zwei im Haus,
das dritte im Garten. Glücklicherweise ist dieser riesengroß und
wunderschön.
Und da auch das Wetter so völlig unbritisch ist – meist sonnig
und warm - kann der Garten durchweg genutzt werden. Er ist so groß,
dass jeder ein Eckchen für sich findet, wo er ungestört arbeiten
kann – während die einen ihren Text wiederholen oder noch Passagen
kürzen, sitzen andere und bereiten Vorträge vor oder arbeiten an
ihrer Szenenanalyse. Leider fordert die harte Arbeit ihren Tribut: viele in
der Gruppe sind angeschlagen, kämpfen immer noch mit der Erkältung,
die schon auf dem Gastspiel in Tschechien die Runde machte. So gibt es sogar
Spieler, die erst gegen Ende der Reise wieder so fit sind, dass sie bei den
Proben vollen Einsatz zeigen können.
Um zwischendurch ein wenig Kraft zu tanken, gönnen wir uns natürlich
auch diesmal wieder einen freien Tag. Wir haben Glück mit dem Wetter
und können so einen wunderschönen Strandspaziergang im nahen Scarborough
erleben. Im Anschluss gibts einen Theaterbesuch im Stephen-Joseph-Theatre.
Die Besonderheit dort: es handelt sich um ein „Theatre in the Round“,
bei dem die Zuschauer in einer Arena sitzen und die Bühne sich in der
Mitte befindet.
Begleitet wird der Probenmarathon auf der Fahrt wieder von Vorträgen
zu stückrelevanten Themen. So gibt es diesmal nicht nur Referate über
Komödie und Farce, sondern auch über die 80er Jahre, über Maggie
Thatcher und die New-Wave-Bewegung.
Am Samstag heißt es dann schon wieder Abschied nehmen. Wieder geht es
nach York und dann zurück nach London.
Obwohl die Theaterreise in diesem Jahr ziemlich anstrengend war, denken wir
doch gern daran zurück. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr.
Wo es dann wohl hingeht?“
Gastspiel in Brünn 2oo9
Aus dem Reisebericht:
"Gutes Theater und schlechtes Wetter: wie erwähnt hat das lux im
Mai zum zweiten Mal am internationalen Theaterfestival "Drehbühne
Brünn" in Brno/Tschechien teilgenommen. Auch in diesem Jahr gaben
sich tschechische, deutsche und österreichische Gruppen ein Stelldichein.
Und so lief das Ganze ab: zunächst einmal stieg unser Ensemble der Fortgeschrittenen
an einem Donnerstagmorgen in den Zug. Bei schönstem Wetter genossen wir
die Fahrt durchs Elbsandsteingebirge und dessen Hinterland. Leider zog sich
der Himmel aber immer weiter zu und als wir nach acht Stunden am Nachmittag
das kleine Städtchen Brünn erreichten, schüttete es wie aus
Kannen. Glücklicherweise hatten wir es vom Bahnhof nicht weit - in einem
altehrwürdigen Gebäude wartete nämlich gleich der erste Höhepunkt
des Festivals auf uns: eine Führung durch das Theater „Reduta“,
eines der ältesten Theater Mitteleuropas. Der Intendant ließ es
sich nicht nehmen, uns höchstpersönlich durch sein Haus zu führen,
in dem schon der junge Mozart Konzerte gegeben hatte. Heute werden dort neben
klassischer Musik vor allem moderne Theaterstücke aufgeführt.
Vom Theater ging es dann direkt zum Wohnheim, in dem wir untergebracht waren
und von dort dann auch gleich weiter in das uns bekannte Theater „Barka,“
wo bereits die ersten beiden Theatergruppen des Festivals in den Startlöchern
standen. Die Inszenierungen boten reichlich Stoff für Diskussionen und
die gab es dann ja auch. Neu war nämlich in diesem Jahr das Publikumsgespräch,
das jeweils nach den Vorstellungen direkt im „Barka“ stattfand.
Dort konnten nicht nur die einzelnen Theatergruppen etwas über sich erzählen,
sondern auch auf Fragen zur jeweiligen Inszenierung und zur Arbeitsweise näher
eingehen. So gab es insgesamt drei sehr fruchtbare Gesprächsrunden an
den drei Abenden. Auf den üblichen Umtrunk wurde natürlich dennoch
nicht verzichtet und da er sich ja erst an die Gespräche anschloss, wurden
die Nächte wieder entsprechend kurz.
Trotzdem genossen wir das Wochenende wieder sehr und auch unseren Auftritt
auf der großen Bühne. Wie im vergangenen Jahr zeigten wir einen
Stückauszug aus der Jahresproduktion und konnten so schon einmal die
Wirksamkeit der Komödie vor Publikum testen.
Das Einzige, was uns in diesem Jahr nicht gefallen hat war das Brünner
Wetter. Wohl auch durch die Kälte und den Regen kam fast die gesamte
Gruppe mit einem Schnupfen nach Berlin zurück. Vorher gabs aber noch
einen kleinen Zwischenstopp in Prag. Und dort schien dann ja auch wieder die
Sonne...
Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei den Organisatoren des Festivals,
der gesamten „Gruppe ‘07“ und allen voran natürlich
bei Katharina und Milena! Es hat uns wieder sehr viel Spaß gemacht und
wir kommen gern wieder."
Fotos
>von den Proben
>von der Auswahlfahrt nach Althüttendorf
>vom 100 Grad-Festival 2009
>von der Gastspielreise nach Brünn
>von der Theaterreise nach England