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die möwe

die
möwe
von anton tschechow
"Fahren Sie nicht zu früh fort, ich flehe Sie an."
"Unmöglich."
"Und wenn ich zu Ihnen fahre, Nina? Ich werde die ganze Nacht im Garten
stehen und auf Ihr Fenster schauen."
Kostja liebt Nina, Nina jedoch ist in Trigorin verliebt, der eigentlich mit
Arkadina liiert ist. So kommt keiner zu seinem Glück. Sorin, dem das Gut
gehört, auf dem sich die Geschichte zuträgt, hasst das Leben auf dem
Land. Auch Mascha, das Hausmädchen, hasst es. Sie wird dennoch dort bleiben
und den Dorflehrer heiraten.
Und sie hat ein Geheimnis.
Die lux-Jahresproduktion 2010 bringt den Klassiker auf die Bühne, pünktlich
zu Tschechows 150. Geburtstag. Dabei gibt es nicht nur die üblichen Verfremdungseffekte
und Elemente aus dem Tanztheater, sondern diesmal auch eigens für uns komponierte
Musik.
Es
spielten
Sandra Heinrich, Bettina Sauer, Martina Weingärtner, Raphael Jung, Michael
Minge und Markus Weber
Regie
Sebastian Zett
Regieassistenz
Daniel Lindenblatt
Bühnenbild
Markus Weber
Musik
Daniel Lindenblatt
Fotos
Ursula Dusch
Premiere war am 11. Juni 2o1o im Coupé-Theater.
Zur
Inszenierung
folgt in Kürze!
Theaterreise
nach Russland:
Aus
dem Reisebericht:
„Ein früher Morgen. Mal wieder Flughafen, diesmal aber TXL. Der Himmel
ist grau. Wir sind müde, die Nacht war kurz. Dann geht es los: eine Stunde
bis ins Baltikum, die alte Hansestadt Riga wartet auf uns. Alle sind gespannt
wie es wird, niemand aus der Gruppe war je dort. In Riga dann die unangenehme
Überraschung: es regnet. Ach was, es schüttet aus Kannen! Und so bleibt
es leider auch den ganzen Tag.
Unsere ersten LAT (lettisches Geld) geben wir also für Schirme aus...
Es ist schade, dass uns das Wetter so unwirtlich empfängt, aber wir schauen
uns natürlich trotzdem alles an. Es gibt wahnsinnig viel zu sehen in Riga:
Gründerzeit, gotische Kirchen, mittelalterliche Häuser und große
Parks, dazu das Jugendstilviertel. Erst am Abend, als wir wirklich ziemlich
durchnässt sind, zieht es uns zurück zum Bahnhof. Jetzt freuen wir
uns direkt auf den Nachtzug. Zum ersten Mal kommt Abenteuerstimmung auf! Da
steht man an einem großen Bahnhof und weiß, die Gleise, die vor
einem liegen, führen bis nach Russland und noch weiter. Bis nach Asien!
Immer geradeaus. Was für ein Gefühl.
Plötzlich rollt ganz langsam der Zug ein. Auf dem Schild im Fenster: St.
Petersburg.
Unser Wagen ist eine Mischung aus Sitz- und Liegewagen. Auf Russisch heißt
das „Platzkartnui“. Die Abteile sind offen, es gibt keine Wand zum
Gang, keine Türen. So kriegt jeder alles mit, was im Wagen passiert. Ist
aber auch nicht weiter schlimm, alle Fahrgäste sind sehr zurückhaltend,
viele haben sich mit Decken und Thermoskannen eingerichtet, scheinen die Strecke
öfter zu fahren...
Dann setzt sich der Koloss in Gang. Eine 13-stündige Fahrt liegt vor uns.
Anfangs haben wir noch etwas Bammel, nachher kommt es uns gar nicht so lang
vor. Wir haben allerhand zu erzählen. Um Mitternacht passieren wir die
Grenze, hier gibts nochmal Herzklopfen. Ob wir auch alle die richtigen Papiere
haben? Aber sicher. Irgendwann nach der Grenze, als es am Horizont schon wieder
hell wird, schläft dann auch der Letzte von uns...
Am Vormittag erreichen wir die große Stadt an der Neva. Leider regnet
es auch dort, anscheinend haben wir das Wetter mitgebracht. Nach einem ersten
Kaffee im Bahnhofsrestaurant machen wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft.
Die Wohnung liegt mitten in der Innenstadt, keine drei Minuten vom Newskiprospekt
entfernt. Und da sie glücklicherweise auch schon frei ist, können
wir gleich rein und erstmal entspannen.
Die Tage sehen dann immer ähnlich aus: vormittags wird geprobt (im großen
Wohnzimmer), nachmittags ist für alle Freizeit. So bleibt genug Luft, die
Stadt zu erkunden, z.B. auf den Markt zu gehen, in die Eremitage natürlich,
auf die Peter-Paul-Festung oder ins Dostojewski-Museum.
Am Abend gibts dann jeweils einen Durchlauf und während noch gespielt wird,
steht Daniel, unser Assistent bereits in der Küche und kocht für die
ganze Mannschaft. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön
dafür, Daniel!
Anschließend Besprechung, Vorträge, Biographien und dann –
es ist bereits nach Mitternacht – endlich raus auf die Straße. Die
Stadt vibriert, es ist noch lange nicht dunkel, denn es sind Weiße Nächte!
Im Lauf der Woche wird auch das Wetter immer besser und so beeindruckt uns die
nächtliche Helligkeit von Tag zu Tag mehr. Immer wollen wir runter ans
Wasser und am letzten Abend schaffen wir es schließlich auch: um 01:25
Uhr werden alle Neva-Brücken für drei Stunden hochgeklappt und dieses
Spektakel wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die ganze Stadt
scheint auf den Beinen, überall wird gefeiert, gesungen und getanzt.
Leider heißt es nach nur fünf Tagen schon wieder Abschied nehmen.
Zurück gehts direkt mit dem Flugzeug nach Berlin.
Obwohl die Fahrt in diesem Jahr kürzer war als sonst, hat sie doch umso
tiefere Spuren hinterlassen. Russland, das Land der Gegensätze, das ist
schon etwas besonderes. Hoffen wir, dass etwas davon zu spüren ist bei
den Aufführungen der „Möwe“."
Fotos
>von den Proben
>von der Auswahlfahrt nach Althüttendorf
>von der Theaterreise nach Russland